Ein königliches Wochenende in Charlottenburg

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Ein königliches Wochenende in Charlottenburg

# 1.4 Aktuelle aus Luisen

Ein königliches Wochenende in Charlottenburg

Das Luisenfest zum 200. Jubiläum der Luisenkirche

Was für ein Wochenende! Rund um die Luisenkirche wurde am 12. und 13. September das 200. Jubiläum ihrer Namensgebung gefeiert. Vor 200 Jahren erhielt die Kirche ihren Namen zu Ehren von Königin Luise von Preußen. Das Jubiläum war Anlass, zurückzublicken – aber ebenso, miteinander zu feiern, ins Gespräch zu kommen und danach zu fragen, welche Rolle Kirche heute mitten in der Stadt spielt.

Zum Luisenfest kamen viele Menschen aus dem Kiez und dem gesamten Pfarrsprengel mit Luisen, Gustav-Adolf, Charlottenburg-Nord und Trinitatis. Auch aus ganz Berlin und dem Umland, etwa aus Zossen, reisten Gäste an.

Musik, Gebet und ein gemeinsamer Auftakt

Den Auftakt bildete am Samstagabend ein Festkonzert in der Luisenkirche. Rund 400 Besucher:innen erlebten musikalische Gebete aus verschiedenen Jahrhunderten und eine eigens für das Jubiläum in Auftrag gegebene interreligiöse Komposition. Professionelle Musiker:innen und engagierte Laien musizierten und sangen gemeinsam – ein Konzert, das musikalische Tradition mit der religiösen und kulturellen Vielfalt unserer Gegenwart verband.

Am Sonntag folgte ein großer Festgottesdienst von Pfarrerin Anne Hensel, der zugleich als Gottesdienst des gesamten Pfarrsprengels gefeiert wurde. Viele Menschen aus den vier Gemeinden kamen zusammen und machten sichtbar, dass das Jubiläum weit über die Luisenkirche hinaus verbindet.

Ein Fest für die Nachbarschaft

Anschließend wurde rund um die Kirche gefeiert. Beim Markt der Möglichkeiten präsentierten sich verschiedene Gruppen wie die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit oder das Nachbarschaftszentrum DIVAN. Am Luisenstand konnten die neu erschienene Festschrift bzw. der Kirchenführer und Silbermedaillen der Luisenkirche erworben werden. Dazu gab es reichlich Gelegenheit zum Essen und Trinken – von Bratwurst und Suppe bis zu Kuchen, Waffeln, Kaffee und Bier.

Während die Erwachsenen ins Gespräch kamen, drehten die Kinder ihre Runden auf dem Karussell, bastelten oder ließen sich schminken. Und natürlich durfte Königin Luise selbst nicht fehlen: In der Fotobox konnte man sich mit ihrer Büste fotografieren lassen.

Königin Luise – zwischen Mythos und Geschichte

Ein weiterer Höhepunkt des Festes war der Blick auf die Namensgeberin selbst. Unter dem Titel „Königin Luise – die erste Feministin Charlottenburgs?“ sprach Prof. Dr. Monika Wienfort, Professorin für Brandenburgisch-preußische Geschichte an der Universität Potsdam, über die historische Luise und das Bild, das sich über die Jahrhunderte von ihr entwickelt hat.

In der anschließenden Podiumsdiskussion, moderiert von der Journalistin Helene Bubrowski, diskutierten Prof. Wienfort, die evangelische Theologin Dr. Ruth Hess und Senatorin Cansel Kiziltepe über Luises Rolle und ihre Wirkung bis heute. Dabei wurde deutlich: So bekannt und populär die Königin ist, so wenig lässt sie sich auf ein einfaches Heldenbild reduzieren. Auch ihre politische Haltung und die Vereinnahmung ihrer Person sind Teil ihrer Geschichte.

Von der Königin zur Frage nach der Kirche heute

Am Nachmittag kehrte Luise noch einmal auf die Leinwand zurück: Auszüge aus dem Stummfilm „Königin Luise“ von 1927 wurden gezeigt und von Luisenkantor Jack Day an Orgel und Klavier live begleitet.

Den Abschluss des Festwochenendes bildete das eigens entwickeltes Theaterstück „Immer wieder Sonntag“ im Café Theater Schalotte. Gemeinsam mit Profis des KantTheaters Berlin brachte ein Ensemble aus kirchennahen und kirchenfernen Menschen die Geschichte der Luisenkirche auf die Bühne. Im Mittelpunkt stand dabei eine Frage, die über das Jubiläum hinausweist: Wofür braucht eine Stadt eigentlich eine Kirche?

Und auch das Wetter spielte schließlich mit: Trotz angekündigten Regens blieb es am Sonntag weitgehend trocken, zeitweise kam sogar die Sonne heraus. So war der Gierkeplatz gut gefüllt und wurde zu dem, was ein Festplatz sein sollte: ein lebendiger Ort der Begegnung. Seit nunmehr 200 Jahres als Luisenkirche.

Danke an alle, die dieses besondere Luisenfest mitgestaltet, unterstützt und mit uns gefeiert haben!

Saskia Kramer (Kirchenbüro Lietzow)

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